Unglaublich aber wahr, heute haben wir schon Halbzeit! 12 Tage liegen jetzt noch vor uns. Hurray!!!
Aber ich wollte Euch ja von unserem heutigen Tag berichten, also fangen wir mal an.
Die Nacht war kurz und nach 5,5 Stunden schon mehr oder weniger freiwillig beendet. Wir waren beide wach und ich bin dann gegen 6 aus dem Bett gepurzelt. Marco hat sich leider etwas erkältet und war dementsprechend heute früh nicht ganz so fit.
Trotzdem sind wir brav zum Frühstück, denn ich musste dringend den Pancakeautomaten testen.
Total praktisch, man drückt nur auf den "OK" Knopf und nach nicht mal einer Minute kommt dann hinten der Pancake raus! Hätte ich am Liebsten mitgenommen das Ding, wäre aber wohl zu schwer und würde nicht mehr in den Koffer packen. Muss Marco wohl weiter als manueller Pancakebackmeister herhalten.
Erkältung hin oder her, direkt nach dem Checkout ging es zum Car Wash.
Interessiert hier übrigens keine Sau, ob man an einem Sonntag sein Auto wäscht, wir waren auch nicht die einzigen, die zur frühen Stunde schon am schrubben waren... (vor allem "WIR" *hüstel* ).
Mit ordentlich Tabletten im Gepäck gings weiter Richtung Chinle, Arizona (da wo wir ja eigentlich gestern schon hinwollten).
Auf dem Weg dorthin kamen wir an dieser ominösen National Historic Site vorbei. Da wir ja heute nicht viel auf dem Plan hatten sind wir direkt mal abgebogen, nach "Hubbell"
So richtig viel konnte man hier allerdings nicht machen. Außer uns waren zwar noch ein paar andere Autos und sogar ein Reisebus da, aber im Prinzip gibt es hier nur recht saubere Toiletten, einen kleinen Shop mit überteuerten Preisen, ein paar Kutschen und zwei Pferde.
Man kann zwar auch für 2$ p.P. eine Führung machen durch etwaige Häuser, aber das sah jetzt auch nicht soooo spannend aus.
Erst im Nachhinein habe ich im Flyer des Canyon de Chelly gelesen, dass diese Trading Posts früher ein zentraler Anlaufpunkt für die (vormals vertriebenen) Navajo Indianer waren, nachdem diese Mitte des 19. Jh wieder zurück in ihre Heimat durften.
Wie dem auch sei, einen Stopp muss man hier nicht unbedingt einlegen, wenn man allerdings auf der Suche nach sauberen Restrooms ist, dann ist man hier gut aufgehoben.
Gegen 11/11:30 Uhr "neuer Zeit" also Navajo Zeit (eine Stunde vor, sprich uns wurde eine Stunde geklaut heute) sind wir dann in Chinle angekommen. Direkt an der Tankstelle wurde Marco dann schon von einem Indianer angequatscht, der ihm irgendwelche "Kunstwerke" verkaufen wollte. Da der arme Kerl (also Marco) aber gar keine Dollar hat (die hab nämlich alle ich) konnte er zum Glück auch nichts kaufen ;-)
Im Nachhinein waren wir dann schon recht froh, dass wir nicht in Chinle übernachtet haben, irgendwie ist uns Indianergebiet nicht ganz geheuer.
Der Canyon de Chelly ist natürlich ebenfalls Navajo Land, gehört also den Indianer (jetzt wieder, war ja mal anders) wird aber vom Nationalpark Service verwaltet. Eintritt muss man nicht zahlen, eine kleine Spende ist aber durchaus erwünscht, die kann man am Visitor Center entrichten.
Das Canyon de Chelly National Monument besteht im Prinzip aus drei Canyons, dem Canyon del Muerto, dem kleineren Black Rock Canyon und dem Canyon de Chelly.
Vom Visitor Center ca. 4 Meilen von Chinle zweigt einmal der South Rim Drive und dann der North Rim Drive ab.
Zuerst sind wir gen Süden gefahren. Direkt am ersten Viewpoint wurden wir etwas überrascht von den "fliegenden" Indianerhändlern. Man wurde direkt wieder angesprochen und die Ware wurde angepriesen. Richtig penetrant waren sie zum Glück nicht.
Wir haben uns dann vorbeigemogelt und sind zum Viewpoint gelaufen.
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| Tunnel Overlook |
Insgesamt gibt es am South Rim 7 Viewpoints, die man anfahren kann. Bei den meisten muss man allerdings vom Parkplatz noch ein paar Meter laufen, festes Schuhwerk empfiehlt sich also, wenn man ein bißchen was sehen will.
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| Tsegi Overlook |
Die Navajos leben übrigens noch immer im und um den Canyon de Chelly und die Felder, die man auf dem oberen Bild sieht werden auch tatsächlich noch bewirtschaftet.
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Junction Overlook
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Den Canyon de Chelly darf man übrigens nicht selbst erwandern, man kann entweder eine Jeeptour buchen oder per Pferd mit einem Guide den Canyon von unten erkunden.
Die einzige Ausnahme ist der White House Trail, ein 2,5 Meilen Roundtrip, den man selbst in Angriff nehmen kann. Haben wir aber nicht gemacht.
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| Ruinen in den Canyons |
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| White House Ruins |
Die Indianerhändler waren übrigens nicht an allen Viewpoints, an manchen standen sogar extra Schilder, dass das verboten ist.
Manchmal wurde einem die Suche nach den Ruinen in den Canyonspalten auch durch solche Viewfinder erleichtert.
Die letzten beiden Viewpoints am South Rim sind Face Rock und Spider Rock Overlook, insgesamt fährt man One-Way knapp 19 Meilen bis hierher.
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| Face Rock |
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| Spider Rock |
Da die Zeit doch schon recht flott verstrichen war haben wir den North Rim sehr abgekürzt und sind nur einmal kurz zu den Mummy Caves gefahren.
Der North Rim hat aber ohnehin nur 3 Aussichtspunkte, von daher haben wir immerhin 1/3 gesehen.
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| Mummy Cave Ruins |
Die Mummy Cave Ruins sind quasi ein ganzes Dorf, was die Pueblo Indianer um 1300 im Canyon errichtet haben. Wie man sieht ist es (zumindest von oben) noch sehr gut erhalten, man kann es jedenfalls gut erkennen.
Den Weg zum Tagesziel in Farmington sind wir dann entlang des North Rims über Tsaile, Lukachukai und die wirklich wieder sehr ansehnliche Indian Route 13 gefahren. Leider konnte man dort nicht wirklich anhalten zum fotografieren, aber wer jemals vom Canyon de Chelly bis nach Farmington fährt, der sollte diesen Weg wählen.
Unter anderem sind wir an diesem - uns leider nicht namentlich bekannten - recht einsamen Felsbrocken vorbeigekommen.
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| Unbekannter Felsen |
Und dann noch am wirklich äußerst schönen "Ship Rock", der von der anderen Seite noch viel toller aussah, aber Indianer haben es leider nicht so mit Viewpoints o.ä. man konnte hier also nicht wirklich anhalten.
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| Ship Rock, New Mexico |
Gegen 17 Uhr waren wir dann in Farmington, New Mexico, eingetrudelt. Hier ist auch kein Indianerland mehr, man hat also tatsächlich Handyempfang und andere Annehmlichkeiten.
Rein optisch fällt es übrigens auch sofort auf, wenn man das Reservat verlassen hat. Die meisten Indianer leben auch heute noch relativ spartanisch in sehr einfachen Häusern, Wohnwagen, Hütten o.ä.
Das ist wirklich auffällig und ich weiß nicht, ob es den anderen USA Reisenden schon aufgefallen ist, (oder überhaupt jemanden interessiert?) aber auf Indianerland hat man überhaupt keinen Handyempfang, das Netz wird erst wieder gefunden, wenn man das Navajoland verlassen hat. Das ist uns gestern auch schon so ergangen und heute war das wieder genauso. Vermutlich haben die ihr eigenes Mobilfunknetz?!?
Hier in Farmington habe ich uns für die nächsten 2 Tage im Hampton Inn eingebucht, sehr annehmbar, schönes großes Zimmer, riesiges Bett, was will man mehr.
Nachdem ich mir erstmal ein paar Kalorien im Fitnessstudio erarbeitet habe, sind wir dann nochmal los um im "Outback" zu essen.
Sonntags haben anscheinend viele Restaurants zu oder schließen schon relativ früh. Ist uns irgendwie vorher noch nicht so aufgefallen. Jedenfalls haben wir noch alles rechtzeitig geschafft und wurden nicht aus dem Laden geschmissen.
Morgen werden wir mal schauen, was mit Erkältung im Gepäck so möglich ist, die guten amerikanischen Medikamente wurden jedenfalls schon fleißig getestet und für gut befunden.
Bis dahin,